Hoi liebe Menschen!
Wahrscheinlich seid ihr hier auf unserer Webseite gelandet, weil ihr lieber von der Quelle direkt informiert werdet und nicht vom K.I.-Idioten auf Google, der euch mit künstlich generierten Datenverwurstungen abfrühstückt. Hier bemühen sich eben noch echte Menschen, beispielsweise Editorials, wie dieses hier, manuell aus ihrem Hirn zu schmelzen und mit einem ehrlich-mühseligen analogen Zweifinger-System allgemeinverständlich in abstrakte Tastatur zu zerlegen – und das, während sich der Sommer wie eine bleierne Abrissbirne durch ihr Stammhirn pflügt. Neulich haben wir 37 Grad in unserem Büro gemessen. Just saying.
Aktuell fühlt sich das übertemperierte Arbeiten in der Roten Fabrik eh so an, wie ein Sinnbild für das vergängliche Menschsein, das schleichend von der konstant anschwellenden K.I.- und Deep Fake-Digitalmüllkloake geflutet, entmündigt und so jeglicher Eigeninitiative beraubt wird; es ist wie eine Art feindliche Übernahme durch ein sich selbst exponentierendes Big Data-Perpetuum-Mobile – ein autogamer Scheiss, den wir Menschen (wie auch die Hitzewelle) zu allem Elend auch noch selber zu verantworten haben und der sich immer mehr verselbständigt und als durchdrehender Selbstläufer unserer Spezies einen Weg ins Nirgendwohin pflügt. Irgendwie so.
Yeah! Aber hey, äh: das ist jetzt noch lange kein Grund einfach aufzugeben! Zum Glück gibt’s ja noch Theater, diese anachronistische Neuzeit-Gegenthese, die schon unzählige Male totgesagt wurde – die sich heute aber eines übermütigen Revivals erfreut. Warum? Vielleicht gerade WEIL das Theater als Kunstform derart aus dem Leim der Zeit gefallen zu sein scheint, dass auch die digitale Seuche nicht nur fast völlig einflusslos an ihm vorbeischrabbelt. Und nicht nur das: Ein Theaterbesuch ist mit Sicherheit das beste Sabbatical, das man sich von den Auswüchsen der Digitalen Revolution gönnen kann – und zugleich ein erfrischend subversiver Stinkefinger an die Adresse der Faschos vom Silikon Valley: Fuck you, Peter Thiel, ich geh jetzt ins Fabriktheater! Tönt doch prima, oder?
Und das Tolle daran: je übergriffiger sich die Digitalisierung ausbreitet, desto geiler wird Theater. (Es sei denn, die Menschen wollen irgendwann lieber nur noch Hologramme statt Performer*innen auf der Bühne sehen. Aber sollte das mal der Fall sein, dann wäre das Ende der Kunstform Theater eh unser geringstes Problem.)
Bis es soweit ist, schöpfen wir aber nochmal aus dem Vollen: Etwa mit dem Zürcher Theater Spektakel und Diana Rojas mit «Curazón Rudo», «Hundertachzig» vom Performing Rage Kollektiv, «Der Cowboy, die Prinzessin und das Huhn» vom Büro mit dem lustigen Namen, «Kümmernis» von Marie Popall und «Fat Man Dancing» von Andreas Storm, «A CASĂ» von Les Mémoires d’Helène und «Titanic» vom Theater HORA.
Stay tuned!
Corinne O’Toole, Sabina Winkler, Michel Schröder, Lukas Piccolin und Hannes Gehrig
PS: Wir möchten uns an dieser Stelle von ganzem Herzen bei unserer Praktikantin Janika Imwinkelried und ihrem grossartigen Einsatz für unser Team und unser Theater bedanken. Ohne sie wären wir komplett untergangen in der letzten Spielzeit!
















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