Rote Fabrik Zürich - Fabriktheater (http://www.rotefabrik.ch/de/fabriktheater)
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Fabriktheater



ZWANGHAFTE VERHALTENSSTÖRUNGEN AM SEE


Es gibt einen ganzen Haufen Menschen, deren liebste Beschäftigung es ist, rumzumeckern und all das, wozu sie nicht onanieren können, in den Dreck zu ziehen. Ein beliebtes Projektions-Sujet ist da zum Beispiel der faule Künstler, der dem Staat nur auf der Tasche liegt und sich immer in sich selbst suhlt, anstatt wirklich zu arbeiten und einen zählbaren Nutzen für die Allgemeinheit abzuwerfen.


Aber mit den Künstlern ist es eben wie mit Menschen anderer Berufsgattungen, bei denen die Grenzen zwischen erfüllendem Selbstzweck, zwanghaften Verhaltensstörungen und echt gelebter Leidenschaft verschwimmen. Es gibt da zum Beispiel einen richtigen Anwalt, dessen Hobby es ist, gegen jeden Furz in der Roten Fabrik zu prozessieren und dadurch jede Veränderung hier zu verhindern – was dann von seiner Klientel wiederum der Roten Fabrik prompt zum Vorwurf gemacht wird: Linke Betonköpfe. Empathie oder Pathologie?


Künstler können eben nicht anders, als Kunst zu machen. Deswegen sind sie ja Künstler. Man fragt ja auch nicht: «Warum musst du aufs Klo?» Natürlich zieht das die Gegenfrage nach sich: «Kann schon sein, dass du aufs Klo musst, du Künstler, aber warum soll ich das subventionieren bitte schön?» Stimmt. Und deshalb versuchen gewisse Kreise neben der Kulturförderung auch gleich die Sozialhilfe mit abzuschaffen, damit die nicht etwa in Versuchung gerät, wie z.B. in Berlin, die nicht unterstützten Künstler querzusubventionieren.


Wenn man so will, dann wäre es vielleicht eh am sinnvollsten, gleich alles abzuschaffen, was keiner Aktionärsmehrheit, Quote oder Kosten-Nutzen-Rechnung standhält. Denn dies sind die heutigen Parameter, wenn es darum geht, irgendetwas zu legitimieren. Zum Beispiel das Einladen von unterbelichteten Promis zu inhaltsschwangeren Talkshows, die Dauerbelegung des Sechseläutenplatzes durch gut budgetierte Grossanlässe oder das künftige Josef-Blatter-Museum im ehemaligen «Schandfleck» beim Bahnhof Enge. (Dass die Umwandlung des Pfauen in das vermutlich weltweit erste McDonald's-Theater leider gescheitert ist, muss wohl als Kollateralschaden zu den Akten gelegt werden, dabei hatten wir uns schon auf die Bestellung «1x Big Macbeth mit Pommes und eine Vanille-Cola bitte» gefreut.)


Aber eigentlich wollten wir gar nicht hiervon schreiben. Eigentlich wollten wir von unserem schönen neuen Seeuferweg (dem sogenannten Cassiopeia-Steg) schwärmen, den wir Ihnen mit unseren veruntreuten Millionen zwischen der Roten Fabrik und dem Hafen Wollishofen gebaut haben und den Sie ab sofort wehenden Haares beschreiten dürfen. Vorbei an den braungesonnten Lederhoden vom hinteren Platz, die sich nun wohl, aufgescheucht vom Menschenaufmarsch, eine neue Auslegestätte werden suchen müssen. Vorbei an der ehemaligen Residenz des Schauspielhausintendanten a.D., der vielleicht gerade auf der Suche nach einer neuen Steuerzuflucht ist. Und vorbei am Wohnzimmer von Boris Becker, den man mit etwas Glück beim Latthe-Makkattho-Sslürfen beobachten kann – oder ist das bloss ein Gerücht?


In diesem Sinne möchten wir Sie einladen, sich wieder mal ganz niederschwellig zu uns an den schönen Zürichsee zu verirren. An den einzigen Ort weltweit, an dem ideologische Steinzeit und künstlerische Avantgarde zu einem fruchtbaren Stelldichein verschmelzen. In Ihrem Fabriktheater.


Silvie von Kaenel, Michael Rüegg, Michel Schröder

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12. 07. - 18. 07. 2015, 9:00-16:00

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