Rote Fabrik Zürich - Fabriktheater (http://www.rotefabrik.ch/de/fabriktheater)
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Fabriktheater



WAHRE SCHÖNHEIT

«Schreib doch endlich mal über was anderes in eurem Editorial», hat er mir gesagt, «du wiederholst dich.» Ja, Mann, hab ich gesagt, ich kann halt nur über das schreiben, was mir gerade durch den Kopf geht. «Schon, aber grundsätzlich haust du wieder in die gleiche Kerbe wie die letzten beiden Male. Das ist nicht nur meine Meinung. Einfach damit du weisst, wie es von Aussen wahrgenommen wird. Und es ist nicht so, dass jetzt viele aufgeschlossene Off-Theater-Gänger in die Hände klatschen würden. Wenn ich mich so neutral rumhöre, dann nimmt man das eher als quijote-mässig wahr oder als überholten Kulturklassenkampf.»


Danach hab ich mich in mein Kämmerchen eingeschlossen, habe ein bisschen geweint – und habe mir den Entwurf nochmals durchgelesen und gemerkt, dass er schon recht hat, dieser Depp! «Hey, don’t kill the messenger», hatte er mir noch aufmunternd fröhlich nachgeschickt, also genau das, was man in solchen Situationen hören will. Ich meine, also ehrlich, verdammt noch mal! Weil, da waren einfach tolle Sätze und Redewendungen drin, die ich nur unter Schmerzen wegschmeissen kann. So Sachen wie: «Man wünscht sich ein Theater, das einem den Spiegel vorhält, dabei aber nicht zu kompromisslos ins Detail geht.» Oder: «… damit man nach der Aufführung sagen kann: ‹Jööh, Theater, man konnte richtig sehen, wie doll sie sich Mühe gegeben haben, relevant zu wirken.›» Oder einer meiner Lieblingssätze: «Beim Theater geht es darum, den grössten gemeinsamen Nenner in Sachen Intellekt und Fantasie von Künstlern, Theaterhäusern und Publikum zu einem allgemeingültigen Hochkulturereignis zusammenzugestalten, für das Menschen dann viel Geld und lobende Worte auszugeben bereit sind.»


Zugegeben, der Ausflug in ein fiktives Gemälde von Caspar David Friedrich, wo der freie Theaterschaffende als verloren wirkender Offroader herumfurzt, quasi als asoziales Element in einer aufgeblasenen, übermächtig wirkenden, gebohnerten und bornierten Kulturlandschaft, in der das kümmerliche Fabriktheater als fast schon, äh, nordisch-heroische Trutzburg daherkommt, das war dann als Metapher schon recht gewagt und stand auf ziemlich wackligen Beinen. Und eigentlich bin ich inzwischen richtig froh, dass das so jetzt nicht mehr im Editorial auftaucht. Aber den Schluss möchte ich Ihnen dann trotz allem nicht vorenthalten. Dort hiess es nämlich: «… ein Ort, an dem Schmerzen, Freude, Ekel und wahre Schönheit noch gelebt und unkontrolliert zur vollen Blüte gelangen dürfen. ‹Liebes Fabriktheater, danke, dass es dich gibt!›, hätte dann Conny (7) mit ihrem Kugelschreiber auf dieses Gemälde geschrieben und hätte dafür ganz schön eins an die Löffel gekriegt.» Schön, wa?


In diesem Sinne bis demnächst hier bei uns

Silvie von Kaenel, Michael Rüegg, Michel Schröder

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Di 28. Oktober 2014, 09:00Uhr
Ein Kunst-Kultur-Vermittlungsprojekt für Schulklassen

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  • Bereich: Fabriktheater
  • Verantw.: Michael Rüegg
    Michel Schröder
    Silvie von Kaenel
  • Tel.: 044 485 58 28
  • Fax: 044 485 58 69
  • E-Mail: schreib uns
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