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Fabriktheater



Auch wenn es weh tut

Vielleicht müssen wir uns einfach eingestehen, dass wir in einer Zeit leben, in der die künstlerischen Werte zunehmend ausrangiert werden. Während vor einigen Jahren die Qualität einer freien Theaterproduktion noch daran gemessen wurde, wie sehr man sie nicht begreift, geht es heute?– unter dem Einfluss der neuen Effizienzmoral in der Politik und brainwashed durch das Rauf- und Runterbeten des Nachhaltigkeitsfetischs?–?nur noch darum, wie konsumierbar sie ist. Kunst ist, was eine geile Kosten-Nutzen-Eventcharakter-Mischung aufweisen kann.


Die Kultivierung dieser Dreisatzrechenformel führt zu einer vorauseilenden Niveauabsenkung in der künstlerischen Arbeit und macht Theaterproduktionen im Endeffekt zu hundskommunen und austauschbaren Konsumartikeln.


«Künstlerische Werte», so etwas ist Menschen, die Theater mit dem Rechenschieber zu begreifen versuchen, unheimlich: Misst sich nun der Wert einer Produktion an der Höhe ihrer Herstellungskosten oder am Eigenfinanzierungsgrad oder daran, wie sehr sie einer beliebigen Definition von «State of the Art» entspricht? Ist eine gut besuchte, aber belanglose Arbeit wertvoller, als eine, die vor gerade mal 30 Zuschauern spielt, diese aber zu verzaubern vermag? Oder geht es bei der Subventionierung von Kunst nicht sowieso längst im Grunde um Standortmarketing, was jede Diskussion über «Werte» hinfällig machen würde?


P.S.: Und von wem kommt eigentlich dieser total bescheuerte Ansatz, die freien Künstler müssten ihre Vermarktung optimieren, um die Hungerlöhne, die in sie subventioniert werden, gegenüber der Öffentlichkeit noch besser zu rechtfertigen? Man verlangt ja in der Umkehrung auch nicht von einem Buchhalter, dass er seine Budgets tanzen soll, weil wir die trockene Materie sonst nicht nachvollziehen können.

Es muss wohl wieder mal gesagt sein: Kunst funktioniert darüber, dass man bereit ist, sich Sachen vorzustellen, die man sich nicht vorstellen kann und die man sich vielleicht auch nicht vorstellen möchte. Kunst ist, dass man eben auch gar nicht so genau weiss, welchen Wert sie besitzt.

Damit diese künstlerische Unabhängigkeit weiterhin gegeben ist, braucht es an den entsprechenden Stellen in der Politik, in der Presse und im Kulturbetrieb, Leute mit Visionen, mit Leidenschaft und mit dem Mut, sich für nicht zu Rechtfertigendes zu begeistern und dieses auch gegenüber einem kunstfeindlichen, verkommerzialisierten Zeitgeist zu verteidigen?–?auch wenn es weh tut.

Falls Sie unglücklicherweise selbst zur Gattung der oben genannten Rechenschieberkulturgänger gehören sollten und am Ende dieses Editorials feststellen: «Hä? Jetzt weiss ich aber immer noch nicht, wie man einen künstlerischen Wert errechnet!», dann sagen wir Ihnen: Im Prinzip genügt es, dass Sie sich eine einzige Sache vor Augen halten: Das Fabriktheater ist ganz einfach der Ort, an dem Sie wirklich genau das bezahlen, was Sie für Ihr Geld erhalten, merken Sie sich das!

Silvie von Kaenel, Michael Rüegg, Michel Schröder

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