Politik zwischen extremer Rechte und Konservativismus und die Tauglichkeit des Begriffs «Rechtspopulismus». An Beispielen aus Frankreich und der Schweiz
Im französischen Präsidentschaftswahlkampf dieses Frühlings zog der abgewählte Nicolas Sarkozy nochmals alle Register seiner vergangenen Legislaturperiode: Er hetzte gegen MigrantInnen, profilierte sich als Islamkritiker und beschwor nationale Grösse und Einheit als Rezept gegen Krise und Arbeitslosigkeit. Rechts aussen vermochte derweil der Front National unter der verjüngten Führung Marine Le Pens diese inhaltlichen Steilvorlagen in beängstigende Wahlerfolge umzusetzen.
In einem Gespräch mit dem in Paris wohnenden Autor Bernhard Schmid wollen wir die Konturen der gegenwärtigen Rechten in Frankreich umreissen. Mit einem vergleichenden Blick auf die Situation in der Schweiz soll zudem ausgelotet werden, wie die jüngeren Entwicklungen begrifflich zu fassen sind. Handelt es sich beim heutigen Front National um eine „rechtspopulistische“ Bewegung, wie hierzulande gewisse KommentatorInnen des französischen Wahlkampfs weismachen wollten? Ist die Begrifflichkeit des „Rechtspopulismus“ überhaupt sinnvoll, um eine Analyse der diversen rechten Strömungen des aktuellen Europas zu schärfen und linke Antworten zu entwickeln? Oder ist der Begriff blosser Etikettenschwindel – Ausdruck einer Normalisierung extrem rechter Positionen durch den bürgerlichen Mainstream?
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