Kommentierter Stadtrundgang vom Letzigrund zum Hardturm-Stadion.
18 Uhr, Treffpunkt: Tramstation Letzigrund, bitte Velo mitbringen.
Gespräche mit: Marie-Claude Bétrix (Architektin, Bétrix & Consolascio Architekten), Vertreter der FCZ-Südkurve, Christian Schmid (Stadtgeograf, Anwohner), Tania Schellenberg (Umweltfachfrau, Anwohnerin).
Die Austragung grosser Sportevents geht häufig mit dem Neubau moderner Stadien einher – Grossanlässe werden gern genutzt, um umstrittene Vorhaben effizient und konsensfähig umzusetzen.
Ob städtische Multifunktionsarena oder privat finanziertes Fussballstadion mit kommerzieller „Mantelnutzung“: Sportarenen sind längst zu architektonischen Ikonen für das Event, den Verein oder die Stadt geworden. Auf einem Rundgang fragen wir die Letzigrund-Architektin Marie-Claude Bétrix, wie offen man ein Stadion gestalten kann, einen Vertreter der FCZ-Südkurve, wie sich die Fankultur mit der EM 2008 verändert und den Stadtforscher Christian Schmid, welche Rolle der Stadionneubau in der Quartierentwicklung einnimmt. Am Hardturmstadion wird Tania Schellenberg Auskunft über den Widerstand gegen die Neubaupläne geben.
Mit der Etablierung so genannter „Public-Viewing“-Zonen und „Fan-Meilen“ an repräsentativen Orten der Stadt haben sich internationale Fussballturniere wie die Welt- und Europameisterschaften zu urbanen Massenevents entwickelt: Ganze Innenstädte werden in Erlebnis- und Konsumzonen transformiert. Die Austragungsstädte versuchen, die steigende Popularität von Fussballevents aktiv im Standortmarketing zu nutzen, während die privaten Veranstalter die Vermarktungsbedingungen vorgeben und zentrale Stadträume für die Werbung ihrer Exklusivsponsoren in Beschlag nehmen. Gleichzeitig dienen die Massenveranstaltungen der Umsetzung erweiterter Überwachungs- und Kontrolldispositive in Form von Grosseinsätzen der Polizei und Armee, umfangreichen „Anti-Hooligan“-Massnahmen, Absperrungen und Zugangskontrollen in städtischen Räumen und der Erprobung neuer Überwachungstechnologien. Die Veranstaltungsreihe thematisiert Fussball-Megaevents wie die WM 2006 in Deutschland und die bevorstehende EM 2008 in der Schweiz und Österreich als Symptome der gegenwärtigen neoliberalen Stadtentwicklung und diskutiert ihre Auswirkungen auf Stadt und öffentlichen Raum anhand der Schwerpunkte Vermarktung und Kontrolle.
Eine Veranstaltungsreihe der Roten Fabrik in Zusammenarbeit mit Anke Hagemann, Big Brother Awards Schweiz und dem stadt.labor.
siehe auch www.bigbrotherawards.ch/2008/april
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