Rote Fabrik Zürich - Konzept: Eventdetail(http://www.rotefabrik.ch/t/konzept)
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Konzept

Do, 17. September 2009

Ein filmisches Drei-Gänge-Menue

  • Drei Filme zum Wahnsinn industrialisierter Lebensmittelproduktion.
  • Wo: Am See
  • Wann: 20:30 Uhr
  • Wie viel: 0 CHF
Ein filmisches Drei-Gänge-Menue

im Rahmen des Festivals "NAHRUNG in der Roten Fabrik"

ILHA DAS FLORES
Jorge Furtado, Brasilien 1989, 15 Min. französisch / d

HÜHNERWAHNSINN: DAS EISKALTE GESCHÄFT MIT GEFLÜGEL
Joachim Vollenschier, Deutschland 2008, 45 Min. deutsch

GEFUNDENES FRESSEN - LEBEN VOM ABFALL
Britta Dombrowe und Valentin Thurn, Deutschland 2008, 30 Min. deutsch


ILHA DAS FLORES
Von den 61 Millionen Tonnen Tomaten, die weltweit jährlich angebaut werden, folgt der Filmemacher einer ausgewählten brasilianischen, gepflanzt von einem Japaner, von der Plantage, über den Supermarkt und die Küche bis hin zur "Blumeninsel". Hinter diesem poetischen Namen verbirgt sich freilich der Müllplatz von Porto Alegre. Was diese Müllkippe mit den Tomaten des Herrn Suzuki, dem Parfüm von Frau Anete, der "freien" Marktwirtschaft in Brasilien und dem Weltmarkt im überhaupt zu tun hat, veranschaulicht der Film in irrer Form.
"Ilha das flores" orientiert sich einerseits an der Ästhetik von Videoclips und greift anderseits auf filmische Präsentationsformen aus den 60er Jahren zurück, in denen Werbung noch als Wahrheit verkauft werden konnte.


HÜHNERWAHNSINN: DAS EISKALTE GESCHÄFT MIT GEFLÜGEL
Wenn in Europa Hähnchen auf den Tisch kommen, dann sind es meist Brust oder Schenkel. Die Reste wandern oft in den Export und überschwemmen Afrikas Märkte. Vollenschier hat den Weg dieser „billigen“ Fleischtransporte nach Ghana und Togo verfolgt und nachgefragt, welche Auswirkungen diese Importe haben.


GEFUNDENES FRESSEN - LEBEN VOM ABFALL
Konkrete Zahlen, wie viele Lebensmittel in Deutschland weggeworfen werden, gibt es nicht. Allein auf dem Kölner Grossmarkt kommen bis zu zehn Tonnen an einem normalen Markttag zusammen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: mal ist der Aufdruck auf dem Etikett verrutscht, mal entsprach die Kühlung während des Transports nicht dem Standard. Oft aber ist es für Gross- und Einzelhändler einfach billiger, Lebensmittel wegzuwerfen und neu einzukaufen als Lagerplätze anzumieten.
Die Filmemacher begleiten selbsternannte Resteverwerter, die sich dem Konsumkreislauf der Wegwerfgesellschaft verweigern und ihr Essen aus den Abfallcontainers besorgen, beim „Containern“.


NAHRUNG in der Roten Fabrik
Ein polymorphes Festival zu vielfachen Aspekten des Phänomens „Nahrung“.

3. September – 3. Oktober 2009

ROTE FABRIK - ZÜRICH

Nahrung ist essentiell, unsere Lebensgrundlage schlechthin. Anders als die Tier- und Pflanzenwelt können Menschen allerdings ihre Nahrung gestalten: Lebensmittel anbauen, züchten, herstellen und verändern, Essen zubereiten, kochen, würzen, ästhetisch anrichten und servieren. Nahrung dient der Menschheit also keineswegs rein zur Lebenserhaltung, vielmehr ist sie, wie alles Gestaltbare und Gestaltete, Bestandteil der menschlichen Kultur.

Die Assoziationen unter denen man „Nahrung“ betrachten kann, sind somit extrem vielfältig. Nahrung ist Genuss, Geschmack und Sinnlichkeit, kann aber auch Ekel und Widerwillen hervorrufen. Nahrung ist sozialer Kitt und schafft Gemeinschaft, beim gemeinsamen Essen, Trinken und Feiern. Nahrung ist Kult und Ritual.

Nahrung hat aber auch eine gewaltige wirtschaftliche, technische und politische Dimension: Nahrung ist technologisierte Agrarwirtschaft und industrielle Lebensmittelherstellung. Nahrung ist ungleiche Nahrungsverteilung, Welthunger und Konflikte. Nahrung ist Chemie, Gentechnik, Massentierhaltung und Lebensmittelskandale.

Einen Monat lang (vom 3.9. - 3.10.09) möchte das Konzeptbüro der Roten Fabrik mit verschiedenen Veranstaltungen (Kunstausstellung, Performances, Filmreihen, Aktionen, Podien, Diskussionen, Kochwettbewerben) verschiedene künstlerische, sinnliche, wirtschaftliche und politische Facetten des Phänomens "Nahrung" beleuchten.

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