Rote Fabrik Zürich - Konzept: Eventdetail(http://www.rotefabrik.ch/t/konzept)
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Konzept

Mi, 23. September 2009

Patente auf Leben: - Wie Monopole die Ernährungs­sicherheit gefährden

  • Ist Leben patentierbar?
  • Wo: Clubraum
  • Wann: 20:00 Uhr
  • Wie viel: 0 CHF
Patente auf Leben: - Wie Monopole die Ernährungs­sicherheit gefährden

im Rahmen des Festivals: NAHRUNG in der Roten Fabrik

Referenten:
Dr. Christoph Then, Patentexperte und unabhängiger Berater (www.scouting-biotechnology.net)
François Meienberg, Erklärung von Bern (EvB)


Die zunehmende Patentierung von Saatgut, konventionellen Pflanzensorten und Nutztierrassen bedeutet eine weitgehende Enteignung von Bauern und Züchtern: Landwirte dürfen ihr Saatgut aus der Ernte nicht mehr zurückzubehalten und Züchter können mit dem patentierten Saatgut nur noch sehr eingeschränkt weiter arbeiten.
Das Europäische Patentamt (EPA), dem auch die Schweiz angeschlossen ist, hat im Interesse der multinationalen Konzerne in den letzten Jahren die Patentierbarkeit immer stärker ausgeweitet und die bestehenden Verbote von Patenten auf Pflanzensorten und biologischen Prozessen immer weiter ausgehöhlt. Zudem wird dauernd auch der Schutz von Pflanzensorten ständig zulasten der Bauern ausgebaut. Unsere Nahrungssicherheit liegt zunehmend in den Händen einiger weniger transnationaler Chemie- und Biotechnologie-Konzerne.

Seit Ende 2007 befasst sich das Europäische Patentamt mit der Grundsatzfrage: Können auch konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere patentiert werden? Patente auf genetisches Material und Saatgut, das aus der konventionellen Züchtung stammt, führen dazu, dass der Fortschritt in der Pflanzenzüchtung behindert und der freie Zugang zu den wichtigsten genetischen Grundlagen der Züchtung blockiert wird. Der starke Anstieg von Patentanmeldungen im Bereich der konventionellen Züchtung wird deshalb schwerwiegende Auswirkungen auf Landwirte, Züchter und langfristig auch auf die Verbraucher haben.

In der Schweiz wurde 2007 das Patent- wie auch das Sortenschutzgesetz revidiert und verschärft. Seither sind Patente auf Pflanzen und Tiere explizit auch in der Schweiz erlaubt. Der Austausch von Saatgut zwischen den Bauern wurde verboten und der Nachbau (die Verwendung von eigenem Saatgut) ist nur noch bei bestimmten Nutzpflanzen erlaubt.

Die beiden Referenten Christoph Then (Deutschland) und François Meienberg (Erklärung von Bern) engagieren sich auf nationaler wir auch auf internationaler Ebene gegen die zunehmende Patentierung von Leben. An der Veranstaltung berichten sie über die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet, sowie über ihre Arbeit, um die besorgniserregende Entwicklung zu stoppen.

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